Bloggerwandern Rheinland-Pfalz „Moselsteig Wünschelrouten“ (2/3)

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Von Römern und Kelten, Wein, Fingerfood und Weltmeistern

 

Zum vierten Mal trafen sich Blogger auf Einladung der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH um gemeinsam zu Wandern, sich zu vernetzen und darüber zu berichten. 2018 ging es auf die Moselsteig-Wünschelrouten.

Hier geht es zu Teil 1: Von Moseltapas, Smaragdeidechsen, Königinnen und Prinzessinnen
und hier zu Teil 3: Von Burgen, Schädeln und den Halfen

Unterwegs auf dem Moselsteig. Etappe 19.

Unterwegs auf dem Moselsteig. Etappe 19.

Guten Morgen

Mein zweiter Tag beim vierten 4. Bloggerwandern in Rheinland-Pfalz beginnt noch vor dem Frühstück im Spa-Bereich des Hotell Lellmann, hier an der Mosel in Löf. Mit ein paar Bahnen im Schwimmbad entledige ich mich der Müdigkeit, die mich nach dem gestrigen Abend noch im Griff hat. Dann geht es an das Buffet. Viele der Bloggerkollegen sind schon da und stärken sich für die kommenden Kilometer. Ich dagegen bin ein eher sparsamer Frühstücker so das recht schnell, noch alleine, ein paar der „tanzenden Nebel“ an der Mosel fotografieren kann. Zusammen geht es dann mit der Moseltalbahn nach Treis-Karden. Hier stößt Petra Richard zu uns. Sie wird uns den Tag über begleiten und hat sich mit Manfred Rausch Verstärkung mitgebracht. Heute werden wir einen Teil des Moselsteigs, genauer die Etappe 19, erkunden. Dabei werden wir die Wünschelroute 19, „Vom Malt of Kail zum Tempel der Götter. Mit Whisky, Wein und Schokolade“, kennenlernen sowie einen Teil des Lenus-Mars-Weges unter die Füße nehmen. Klingt viel. Ist es aber gar nicht. Da wir die Wünschelroute in entgegengesetzter Richtung wandern, verlaufen alle Strecken über weite Teile gemeinsam durch das schöne Moseltal. Da aber alle Wege ein anderes Thema haben, gibt es heute besonders viel zu entdecken. Petra Richard ist für das „Institut Moselenergie“ mit uns unterwegs. Sie kennt die Strecke aus dem Effeff und möchte mit uns während des Weges Moselenergie tanken. Manfred Rausch wiederum ist Vorsitzender des „Förderverein Pommerner Martberg 1997 e.V.“ und wird uns eine Menge über die keltisch-römische Vergangenheit dieser Gegend berichten.

Start in Treis-Karden

Start in Treis-Karden

Auf dem Moselsteig zum Bergheiligtum

Gorillas im Nebel

Gorillas im Nebel

Rund 10 Kilometer werden wir auf der 19. Etappe des Moselsteigs unterwegs sein. Allerdings entgegen der üblichen Laufrichtung. Knapp 5 Kilometer, als bis nach Pommern, ist der Lenus-Mars-Weg lang und verläuft nahezu identisch mit dem Moselsteig. Also starten wir in Karden und stellen fest – die Tempelanlagen, die dem Gott Mars geweiht wurde, liegt auf dem mons martis – dem Martberg. Und auf Berge geht es vom Fluss üblicherweise aufwärts. So auch hier. Die Moselnebel steigen auf. Wir ebenfalls. Im dichten Nebel sind die Aussichten leider nicht weit und der ein oder andere denkt vielleicht an Dian Fossy deren Leben im Film „Gorillas im Nebel“ gezeigt wird. Vorbei an informativen Tafeln über das römisch-keltische Leben zu dieser Zeit, kommt man zur Druidenbuche um später über offenes Feld den Martberg mit seiner gallorömischen Tempelanlage zu erreichen.

Gallorömische Tempelanlage Martberg

Gallorömische Tempelanlage Martberg

Manfred Rausch hat die Schlüssel zu den Räumlickeiten und wir freuen uns, uns ein wenig aufwärmen zu können. Besonders warm ums Herz wird uns, als wir ca. 2000 Jahre alte originale Fibeln in den Händen halten dürfen. Ein bemerkenswertes Gefühl, etwas so altes zu berühren. Nach etwas Grabungsgeschichte und einigen Anekdoten können wir dann noch einen Blick auf hier gefundene Münzen werfen.

Fibel – ca. 2000 Jahre alt

Der nächste Gang führt in den Haupttempel. Bunt bemalt und überaus farbenfroh zeigt er sich im Inneren. Vollkommen anders als ich es mir vorgestellt habe. Wir kommen wieder heraus und der Nebel ist weg. Dafür ist die Kälte da. Ein eisiger Wind hat den Nebel vertrieben und wir sind bemüht uns wieder warm zu wandern. An Skulpturen des Lenus-Mars-Weg vorbei geht es nun meist bergab. Schließlich kommt sogar die Sonne raus. Durch die Weinberge des „Goldbergs“ geht es hinab nach Pommern. Hier werden wir schon erwartet.

Fotostrecke – anklicken vergrößert

Münzschatz

Ein Münzschatz

Der Lenus-Mars-Weg

und ein Goldschatz

und ein Goldschatz

Sascha Birkenbeil von "Onkel Otto" tischt Interpretation von römischem Finger Food auf.

Sascha Birkenbeil von „Onkel Otto“ tischt Interpretationen von römischem Finger Food auf.

Im Schlaraffenland

Wir kehren ein in die „Vinothek Pomaria“ von „Leo Fuchs“. Über das Moseltal hinaus mit seinem „Weingut Pommern Mosel“ wohlbekannt. Wir sind zu einer Weinprobe eingeladen. Und da wir nun schon einige Kilometer hinter uns haben, und genauso viele noch vor uns, gilt es auch etwas zu essen. Und da kommt Onkel Otto ins Spiel. Womit soll ich beginnen? Mit dem anspruchsvollen Wunsch von Bruno Fuchs? Zehn Weine hat er vorbereitet. Alle zusammen habe fast so viele Goldene (Kammerpreis)Münzen wie der Münzschatz des Martbergs. Oder mit dem anspruchsvollen Essen, welches Sascha Birkenbeil vom Hotel Restaurant „Onkel Otto“ für uns gezaubert hat?

Leo Fuchs

Leo Fuchs

Am besten mische ich einfach mal alle Komponenten fleißig durch. Neben Pumpernickel-Ziegenkäse-Quark-Aprikosen-Häppchen mit einem 2017er „Pinot Blanc – trocken“, oder aber Balsamico-Linsen mit Dattel im Speckmantel sowie einem 2017er „vom grauen Schiefer – trocken“, zwischendurch unterbrochen von einem 2017er „Pommerner Zeisel – trocken“ , gab es noch Graupengemüse mit Pöckel Räucherbauch an einem 2016er „Pommerner Rosenberg – trocken“, gefolgt von einem 2017er „vom grauen Schiefer – feinherb“ und eine Linsensuppe im Brotlaib mit abschließenden 2013er „Pommerner Zeisel – edelsüß“. Ich weiß, dass ich zwei Weine vergessen habe. Wir hätten es wirklich deutlich schlechter antreffen können als in diesem Schlaraffenland. Die Speisen waren

Pommern

Pommern

herausragend und die Weine von allerbester Qualität. Und so, viel es uns wirklich schwer hier wieder aufzubrechen. Jedoch gibt es ja noch zwei weitere Punkte auf der heutigen Tagesliste. Der nächste wirft seine Schatten schon unübersehbar voraus. Gegenüber des Weinguts prangt an einer Schreinerei der Namenszug „Vallendar“. Ein Hinweis auf unser nächstes Ziel. Durch den pittoresken Dorfkern führt uns unsere Wanderung wieder in die Höhen der Weinberge.

Sonnige Untermosel

Sonnige Untermosel

World -Class Distillery BRENNEREI HUBERTUS VALLENDAR

World -Class
Distillery
BRENNEREI HUBERTUS VALLENDAR

Auf zum Weltmeister

Nun dürfen wir das schöne Wetter in den Weinbergen genießen. Die Sonne hat sich gefestigt und es wird tatsächlich auch etwas wärmer – oder hat das was mit Speis und Trank in Pommern zu tun. Vielleicht kommen uns auch deshalb einige Abschnitte so steil vor. Überall leuchten hier die Reben. Grün, Gelb oder rot. Zwischendurch blitzen die gekalkten Wände von Kapellen oder gar eine ganze Sonnenuhr hervor. Die Blicke über die Mosel sind weit und Pommern liegt immer tiefer, immer weiter hinter uns. Dann folgt das bisher einzige kleine Stück Straße auf dieser gesamten Wanderung. Doch die dürfen wir gleich wieder in die Weinberge verlassen. Wenig später wird es schattig. Wie biegen nach Norden und verlassen die Mosel in das Tal des „Schilzergraben“. Wird wandern im bewaldeten Tal flussaufwärts. Das heißt: Es ist kalt, es ist feucht, es ist anstrengend. Der Wein und das gute Essen machen sich bemerkbar. Ich schwitze. Dennoch gilt es aufmerksam zu bleiben. Der Weg ist schmal und steinig. Die vorhandene Brücke ist glitschig wie jeder der Blogger, der sie gerade überquert, dem Nachfolgenden zuruft. Dennoch schaffen wir es alle nach „Kail“, dem Ziel dieser Wanderung. Wir dürfen bald wieder einkehren. Wenige Meter hinter dem Ortseingang treffen wir auf die „Brennerei Hubertus Vallendar“. Erster Anlaufpunkt fast Aller ist die Toilette. Frisch machen für einen weiteren Höhepunkt dieser Bloggerwanderung.

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6 Edelbrände und 6 Schokoladen

Hubertus Vallendar als Cover …

Das ist, was uns erwartet. Und natürlich Hubertus Vallendar. Zum Aufwärmen nach dem frisch machen gibt es einen Aperitif. Wir schauen uns um. Überall Auszeichnungen, Pokale und Medaillen. „World Class Distillery“ 2011-2015, „Distillery of the Year“ in Gold 2011 & 2012, in Silber 2013 & 2014 und z.B. 2015 fünf Produkte mit dem Prädikat „Double-Gold“ sowie den Titel World Class Distillery 2018“ in drei Kategorien. Ohne Zweifel sind wir bei einem Meister seines Fachs eingekehrt. Mit richtig viel Herzblut gibt es Auskunft über die Geschichte der Brennerei, wie er zum Brennen kam und was ihn antreibt. Danach werden wir durch die Entwicklung, die Produktion, das Lager und die Brennschule geführt. Wer also gerne selber mal brennen möchte, darf sich gerne hier melden. Im Lager staunen wir aber auch, über die immer noch eingesetzten Holzfässer die sich hier stapeln. Neben den modernen Produktionsanlagen und Geräten, wirken sie wie aus einer anderen Zeit gefallen.

Wie aus einer anderen Zeit

.. und im wahren Leben. Positiv verrückt

Man merkt Hubertus Vallendar seinen Stolz über das Erreichte an. Aber Hubertus Vallendar wäre nicht ein solch erfolgreicher Brenner, wenn er nicht immer wieder versuchen würde besser zu werden, oder aber Synergien zu finden. Und so kommt die Schokolade von der SCHELL-Schokoladenmanufaktur dazu. Eine unschlagbare Kombination. Allein beim Zuhören oder Lesen läuft einem das Wasser im Munde zusammen: Bananenbrand Rwand mit Saint Domingue Ananas-Schokolade. Whisky 3.11 „Malt of Kail“ mit Barrique-Schokolade, roter Weinbergpfirsich-Brand mit ebensolcher Schokolade usw., usw. Wir kommen gar nicht mehr aus dem Schwärmen und vergessen über all diese Leckereien fast die Zeit. Ganz besonder erwähnen möchte ich aber noch die „Haselnuss Piemont Spirituose“ deren Duft mir gerade beim schreiben, fast drei Monate später, wieder intensiv in die Nase steigt. Zusammen mit der edelherben Haselnussschokolade ein echter Hammer. Aber ich gerate wieder ins Schwärmen. Aber auch diese Wünschelrouten-Einkehr muss einmal enden. Das Großraumtaxi wartet, um uns zum Tagesabschluss abzuholen.

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Abschluss in Cochem

Federweißer

Das Großraumtaxi bringt die uns, nun noch besser gelaunten, Wanderblogger zum Tagesabschluss nach Cochem. Hier kehren wir urig-gemütlich in der Weinstube Schneider ab. Frischer Zwiebelkuchen erwartet uns in der heimelig anmutenden Gaststube. Der Federweißer schmeckt hervorragend und wir alle lassen diesen Tag der uns mit Whisky, Wein, römischen Fingerfood und Schokolade vom Tempel der Götter bis zum „Malt of Kail“ gebracht hat Revue passieren. So viele Eindrücke, Geschmäcker, Aus- und Einblicke. Von der Weinstube gehen wir deshalb zu Fuß durch das nächtliche Cochem zum Bahnhof. Wir genießen ein wenig die klare, kalte Luft. Schießen noch ein paar

Urige Einkehr

Fotos in der Altstadt und fahren dann mit der „Moseltalbahn“ zurück nach Löf. Mit einem Glas Wein überbrücken wir im Hotel noch ein wenig die Zeit bis zur Bettruhe. Noch heute zehre ich von diesem einmaligen Tag. Während ich diese Zeilen schreibe, schmecke ich den Wein, rieche ich die Edelbrände, spüre die 2000 Jahre alten Fibeln in der Hand, und nehme zu – von der Schokolade, dem römischen Catering oder dem Zwiebelkuchen.

Wahrscheinlich geht es nicht nur mir so. Mit dabei waren nämlich auch:

Claudia & Anita von Aktiv durch das Leben ,Björn von Bergtouren im Allgäu, Der Entspannende Frank , die Streunerin Conny ,Romy von Etappen-Wandern, Explore the Outdoors mit Sabrina & Igor, Fernweh und so von Jessica, Elke mit ihren Fotografische Reisen und Wanderungen, der HappyHiker Stefan, Heikes Heimatwandern natürlich von Heike, die OutdoorFrau Anna, Jörg mit seiner Seite Outdoorsuechtig, der RheinWanderer Stefan, Runfurther.de von Cindy, Sepp am Berg mit Björn ohne Sepp, Thilo von Wandern mit Familie, uns Sven von der Overlandtour.

 Fotostrecke – ancklicken vergrößert

 

Zur Nachlese bei Twitter, Facebook und Co. nutzt bitte folgende Hashtags: #Bloggerwandern #RLPerleben #mosel

Zur analogen Nachlese eignet sich folgende Literatur: (Affiliate Links – d.h. ich bekomme einen kleinen Obulus, solltet ihr über diesen Link bestellen. Ihr zahlt nichts extra. Danke!):

Mosel Tapas – von Maria Gietzen
Moselsteig – PremiumSet mit 3 Karten
Rother Wanderführer Moselsteig
Terrassenkultur an der Untermosel : Die Weinbauorte von Koblenz bis Hatzenport
Die Mosel: Bernkastel-Kues nach Cochem

 

Wir alle wurden Eingangs schon erwähnt zu diesem Wochenende eingeladen. Das Wetter war dadurch nicht besser, und die Mosel deswegen nicht schlechter. Soll sagen: Ich schreibe hier meine Erfahrungen ehrlich, unabhängig und unbeeinflußt von dieser Einladung auf.

 

Die Möglichmacher des Tages:

Die Rheinland-Pfalz Tourismus Gmbh mit Karin Hünerfauth-Brixius.
Die Mosellandtouristik mit Christiane Heinen
Die Sonnige Untermosel mit Vanessa Deffner
Petra Richard vom „Institut Moselenergie“
Manfred Rausch vom „Förderverein Pommerner Martberg 1997 e.V.“
Familie Birkenbeil vom „Hotel/Restaurant Onkel Otto“
Familie Fuchs vom Weingut „Leo Fuchs“
Hubertus Vallendar von der „Brennerei Hubertus Vallendar“
Die Weinstube Schneider in Cochem
Die „Moseltalbahn“

Ihnen allen gilt ein großes Dankschön für die Organisation dieses Tages.
Zudem gibt es natürlich auch noch eine ganze Reihe von Sponsoren. Aber schaut selbst.

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