Tour 1072 – Alpen – Wanderungen durch den schönen Kreis Moers – Wanderung 34

Wandern wie anno dazumal

Parkplatz 46519 Alpen, Im Dahlacker Ecke Dahlackerweg
Typ Rund
Länge 13,5 km
Schwierigkeit Leicht
Höhenmeter Eben
Literatur Keine Angaben
Auf Karte Keine Angaben
Beschilderung Keine
Wegbeschaffenheit Asphalt und Wirtschaftsweg
Bemerkenswertes Leucht, Gestüt Alpen, Atelierhaus der Künstlergemeinde Alpen e. V., Kastell, Haus Loo, Alpsche Ley, Alte Burg, evang. Kirche,
Links Alpen (PDF 9,7MB), Leucht, Haus Loo,
Bewertung

 ★★★☆☆ 

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Details:

Damals ….
Originalkarte mit ursprünglicher Beschreibungkarte27

Alpen ist von Moers aus mit der Bundesbahn, von Kamp-Lintfort aus mit der Niag, Linie 39; von Xanten aus mit der Niag, Linie 41, zu erreichen.

Alpens Name wird von einem Flußlauf Alepa oder Alapa hergeleitet. Der Herrschaftsbereich der Herren von Alpen umfaßte Burg und Stadt Alpen, die Gemeinden Drüpt, Millingen, Huck und Alpsray. Alpen findet 1074 erstmalig Erwähnung, war um 1330 Stadt, verlor aber diese Rechte 1823. Von den ehemaligen zwei Burgen sind nördlich der Jugendherberge noch einige Mauerreste vorhanden, von der zweiten, die alte Burg genannt, kündet im Osten des Ortes nur noch die Motte (= Erdhügel), auf der die Gebäude standen. Die evangelische Kirche ist die ältere (1716 wieder aufgebaut). Sie hat einen charakteristischen Turm, im Innern sind der mehrfarbige Marmorepitaph (Grabmal) der Pfalzgräfin Amalie,+ 1602, die barocke Orgel und die Kanzel erwähnenswert.

Von Alpen aus wandern wir am Friedhof vorbei in Richtung auf die Leucht und stoßen beim Forsthaus auf den Berghang. Wir folgen dem wunderschönen Bergweg am Fuße des Hanges entlang. Rechts haben wir die kiefernbestandene Höhe, links den Auewald, in dem uns im Frühling ungezählte Veilchen entgegenleuchten. Da, wo wir auch links an Nadelwald kommen, biegen wir rechts ab auf die Höhe bis zum Leichenweg, auf dem wir dann nordwärts schreiten. Leichenweg heißt dieser, weil früher hierauf die Toten aus Kamp und Saalhoff zur Beerdigung nach Alpen gefahren wurden.

Erreichen wir in der Nähe der vorhin genannten Försterei die Straße, so wenden wir uns nach links und kommen an einer Gestütanlage für Trakehner Pferde vorbei. Halbrechts winkt uns die „Neue Burg“ (Jugendherberge) zu. Von ihrer Terrasse aus genießen wir den schönen Blick in die weite Rheinebene.

Wir steigen auf Stufen die Höhe hinab, wandern am Bergrand nordwärts und stoßen auf die Reste des alten Kastells. Wir überschreiten den sogenannten Römergraben, ziehen auf der Straße wieder nach Norden. An der Straßenkreuzung führt unser Weg rechts über die Bundesbahn. Nach etwa 12 Minuten wandern wir auf einem Querweg rechts nach Haus Loo. Die jetzigen Gebäude dieses Adelssifzes wurden erst 1837 durch den evangelischen Landesbischof Roß erbaut. Von dem alten Haus Loo sind nur noch die Gräben und Wälle (rechts vom Wege) erhalten.

Auf der B 58 wandern wir nach Alpen zurück. Zwischen der Bundesbahnlinie und dem Ort Alpen erblicken wir links den Erdhügel (Motte), auf dem früher die Burg Alpen stand.

…. und Heute
Alpen – Forsthaus – Leucht – Gestüt – Jugendburg – Kastell – Haus Loo – Alpen

Am alten Kastell

Am alten Kastell

Vom Parkplatz geht es nach rechts auf den „Dahlackerweg“. Man durchquert nach einem Restaurant eine Unterführung. Der Weg mündet in eine Kreuzung, die man geradeaus leicht bergan überquert. Nachdem man das erste Mal die A57 kreuzt, geht es auf dem oberen Weg weiter geradeaus. An der folgenden Kreuzung halb rechts der Laufrichtung treu bleiben und an der folgenden Wegegabel rechts abbiegen. Geradeaus geht es an einem Linksabzweig vorbei, der Waldweg wird wiesiger und mündet schließlich in einen breiten Querweg. Es handelt sich um den „Leichenweg“, dem man nun nach rechts folgt. Alle Kreuzungen trotzend geht es über die Autobahn hinweg und immer geradeaus bis zur Straße vor dem Forsthaus. Diese Straße, sie ist zum Glück nur wenig befahren, nach links folgen und nicht mehr verlassen. Sie führt am immer noch existierenden Gestüt, dem „Gestüt Alpen“, vorbei bis zur Bundesstraße 58. Diese gilt es nun vorsichtig zu überqueren. Weder die „B58“ noch der Anfang der „Lindenallee“ sind auf Wanderer eingerichtet und haben keinen Fußgängerweg. Hier sollte laut Buch von rechts die „Jugendburg“ winken. Diese wurde aber 1968 abgerissen. Es fehlten wohl 100.000 DM um die weithin bekannte, im Stile des Bauhaus errichteten, Jugendherberge zu renovieren. Die heutigen in etwa 200.000€ wären wahrscheinlich gut angelegt gewesen. Alpen wäre heutzutage um eine Attraktion reicher. Am 24. März 1945 stand Dwight D. „Ike“ Eisenhower, Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte und späterer Präsident der Vereinigten Staaten auf dem Turm der Jugendburg und beobachtete die Operation „Plunder“. Heute erinnert nichts mehr an die „Jugendburg“. Man folgt nun der „Lindenallee“ nach rechts, biegt aber an der ersten Möglichkeit nur ganz kurz nach links um dann sofort rechts in den „Mühlenweg“ zu wandern. Dieser schwenkt nach links und vor den ersten Gebäuden biegt man rechts zum „Atelierhaus der Künstlergemeinde Alpen e. V.“. Am Waldrand gabelt sich der Weg und man wendet sich nach links. Der Weg führt kräftig bergab, links schimmert eine Mühle durch die Bäume, man erreicht ein T-Stück und biegt links ab. Dem Weg am Fuße des Hangs folgt man nun ein Weilchen. Rechts gibt es immer wieder schöne Ausblicke auf Alpen. Man erreicht an Tal mit zahlreichen Schutzpilzen. Eine Treppe führt hinauf zum alten Kastell. Die damaligen Ritter hatten wohl keine Vorstellung davon, dass es hier nun einen Hindernissparkour für Stahlrösser gibt. Der Wanderweg führt jedoch rechts, geradeaus der Laufrichtung treu bleibend, weiter am Hang und dem Waldrand entlang. Dieser Abschnitt ist herrlich und die niederrheinische Landschaft liegt einem zu Füßen. An der ersten Möglichkeit, hinter einem allein stehenden Hof, biegt man rechts ab und wandert den Weg hinunter. Gleich darauf biegt man scharf links ab und folgt dem Weidezaun zum nächsten Hof. Dort angekommen abermals rechts abbiegen. Es geht über den im Buch beschriebenen „Römergraben“, der in den aktuellen Karten „Winnenthaler Kanal“ heißt, zur „Ulrichstraße“. Entlang dieser wandert man nach links. Gab es hier noch einen Fußgängerweg, so wird es aber an der nächsten Kreuzung härter. Dort wandert man nach rechts in die „Bönninger Straße“. Ohne Fußweg geht es nun nach „Menzelen“. Wir Profis wissen: Es handelt sich um „Menzelen-West“. Viele der Gebäude wird er Autor des Wanderbuches gar nicht gesehen haben. Einen alten Hof und vielleicht ein, zwei Gebäude am „Bothenweg“. Dort geht es weiter geradeaus. Schienen werden überquert und man passiert den spannenden „Ravenshof“. Schließlich darf man gegenüber der „Heidestraße“ nach rechts in Richtung „Haus Loo abbiegen. Den Originalweg über das Gelände versperrt heutzutage ein Tor. So ist man gezwungen links abzubiegen und das Ensemble zu umrunden. Gegenüber der Hofeinfahrt dann wieder links abbiegen. Durch eine Kirschenallee wandert man bis zur nächsten Kreuzung. Dort rechts abbiegen und zur „B58“ wandern. Dieser nun nach rechts folgen. Das ist zu Beginn hartes Brot. Später wenn es rechter Hand geradeaus in die „Weseler Straße“ geht, wird er nur bedingt besser. Am riesigen Gelände der „Landmaschinenfabrik Lemken“ vorbei, geht es durch ein Industriegebiet. Aber immer wieder mal blitzt der „Niederrhein“ zum Beispiel in Form der „Alpsche Ley“ durch all das Gewusel. Bevor der Ortskern beginnt, kann man auf der linken Seite noch die „Motte“ der „Burg von Alpen“ erkennen. Wenig später geht es an der wunderschönen evangelischen Kirche, dann dem Ort der ehemaligen Synagoge, noch einmal über die „Alpsche Ley und schließlich zur katholischen Kirche weiter. Auch dort noch weiter geradeaus, bis es links in den „Adenauerplatz“ geht. Am „Adenauer Park“, dem ehemaligen evangelischen Friedhof, vorbei geht es entlang der Straße „Im Dahlacker“ zurück zum Parkplatz.

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