Tour 1078 – Essen – Essener Wanderbuch für Autofahrer und Fußgänger – Durch den Heissiwald und das Wolfsbachtal

Wandern wie anno dazumal

Parkplatz 45133 Essen, Weg zur Platte 11 (am Straßenrand)
Typ Rund
Länge 5,5 km
Schwierigkeit Leicht
Höhenmeter hügelig, teils steile An- und Abstiege
Literatur Essener Wanderbuch für Autofahrer und Fußgänger von 1962
Auf Karte Siehe Original-Skizze
Beschilderung Keine
Wegbeschaffenheit Wohnstraßen, Bürgersteige, Wirtschaftswege, Waldwege
Bemerkenswertes Wildgehege, SGV-Platz, Blutbuchen, Ausblick auf Werden und den Baldeneysee
Links Wildgehege,
Bewertung

 ★★★☆☆ 

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Details:

Damals …..
Originalkarte mit ursprünglicher Beschreibung

Weg: Von der Waldschenke kommend, biegen wir vom Weg zur Platte nach wenigen Schritten rechts in den Wolfsbachweg ein, gehen von diesem am „Tannenhof“ (Trpt. mit <>4 und H, diesem nach rechts folgen) rechts abwärts durch den Wald (mit H,<>4 verl.) ins Wolfsbachtal und dort am Ende der Wiese (mit H) links aufwärts auf die Höhe und weiter zum Kanonenberg, dort (Trpt.mit XR) wieder links über ein Wegekreuz an einer Eiche. (Trpt. mit <>4, diesem geradeaus folgen, H und XR verl.) geradeaus zum SGV-Platz.

Wir haben unser Spaziergang in einem der schönsten Essener Wohngebiete, Bredeney, begonnen. Der Weg führt uns durch abwechslungsreichen Mischwald, den „Heissi-Wald“ (nach einer alten Waldbezeichnung, vgl. S. 62), mit noch nicht so verarmter Vegetation wie in den reinen Buchenforsten der Ruhrhänge. Abwärts kommen wir in eines der schönen rechtsseitigen Bachtäler der Ruhr, das Wolfsbachtal. Den Bachlauf begleiten stellenweise Reste schönen Erlenauwaldes, im Frühjahr mit leuchtend gelbem Rasen der Sumpfdotterblume. die angrenzend durch Rodung gewonnenen Wiesen im Frühjahr zart-violett von Wiesenschaumkraut, später farbig von vielen Blumen der Hochstaudenflur, darunter zahlreichen weißen Doldenblütlerm. Am Wege gegenüber liegen einige der sehr charakteristischen Fachwerkkotten mit kleinem Landbesitz, wie sie auch für die ersten Bergmannswohnungen typisch waren. Die zugehörigen Gärten sind Reste alter Bauerngärten, z. B. bei einem der ersten Kotten gegenüber, gleich rechts am Wege, ein alter Mispelbaum. Der SGV-Platz mit sechs großen Blutbuchen (eine erbliche Abweichung, „Mutation“, der gewöhnlichen Rotbuche mit rot gefärbtem Zellsaft der Blätter) ist zu Ehren des um das Wandern und die Erschließung und Bezeichnung von Wanderwegen seit Jahrzehnten besonders verdienten Sauerländischen Gebirgsvereins benannt, der auch unser Gebiet betreut und die Namen verdienter Mitglieder an den fünf Bänken anbrachte.

Wir gehen nun (mit <>4 bis Trpt. mit H, hier <>4 verl. und H rechts aufwärts folgen) rechts aufwärts zu einem Aussichtspunkt, dann die Stufen abwärts (über Trpt. mit XR, Krzg. mit A) und weiter (mit H und XR) nach rechts zur „Platte“.

Unterwegs bieten sich schöne Ausblicke in das idyllische Wolfsbachtal und auf die Höhen mit den Walleneyer Höfen, einer alten Bauernsiedlung. Von der „Platte“, früher eine beliebte Familiengaststätte mit großem Garten, nach dem Kriege zur heutigen Form ausgebaut, haben wir einen prachtvollen Blick auf den Baldenysee (s. S. 62) und die alte Abteistadt Werden. heute einer der südlichen Vororte von Essen (s. S. 66). Unter uns liegt das Stauwehr. Rechts davon sehen wir neben der neugotischen evangelischen Pfarrkirche die wiederaufgebaute alte Luciuskirche und weiter rechts die Türme der Abteikirche (s. S. 66). Ganz rechts dahinter erhebt sich der Pastoratsberg mit der neuen Jugendherberge. Geradeaus und links auf den jenseitigen Hängen liegt die dünnbesiedelte, vorwiegend noch-bäuerliche Landschaft der alten Bauernschaft Fischlaken, nach den früher dort gelegenen Fischteichen des Abtes von Werden benannt.

Sodann (Trpt. mit <> 4, diesem folgen, H und XR verl.) steigen wir den Weg rechts der „Platte“ abwärts, an der „Fuchsschänke“ (mit schönem Blick, Trpt. mit A) vorbei zum Anna-Linder-Weg, dem wir nach links zu einer Aussichtskanzel folgen (<> 4 verl.).

Von hier – wie auch von dem anschließenden Hangweg – bieten sich weitere schöne Ausblicke auf den See mit dem Stauwehr und auf die Villa Hügel. Diese liegt auf einer vorgeschobenen Bergstufe, dem Rest der eiszeitlichen Hauptterrasse, auf deren Höhe damals die Ruhr floß, ehe sie sich weiter in die heutige Tiefe fraß. Dahinter, am Horizont, sehen wir den Stadtwald, rechts Werden und den Pastoratsberg. Der gegenüberliegende große Waldbestand der Ruhrhänge ist für die Bevölkerung geöffneter Kruppscher Besitz wie ursprünglich auch der später von der Stadt Essen erworbene „Heissi-Wald“. Die Kanzel ist zu Ehren von Anna Linder aus Stockholm benannt, der mütterlichen Betreuerin Kriegsgefangener in Rußland (1915-1919) und der Bevölkerung während der französischen Ruhrbesatzung (1923/26), wie eine Erinnerungstafel am Wege verkündet.

Wir folgen nun dem Hangweg an der Tafel vorbei weiter (über Trpt. mit XR und Krzg. mit H) und rechts abwärts.(mit A und XR) zur Bredeneyer Straße (hier XR verl.,mit A weiter), und gehen nach links auf dem die Straße begleitenden Fußweg zur Waldschenke zurück.

…. und Heute
Wildpark, Blutbuchen und tolle Ausblicke

Auf dem Anna-Linder-Weg

Auf dem Anna-Linder-Weg

Die Runde folgt fast immer der alten Originalstrecke von 1962 und ist Liebhabern von Ruhrgebietswanderstrecken zu empfehlen.

Ausnahmsweise parke ich am Straßenrand. Aber nur um möglichst nahe am Original zu bleiben. Zum Start geht es in den „Wolfsbachweg“ hinein. Vorbei an teils sehr ansehnlicher Architektur, durchquert man diese Straße eine ganze Weile. Schließlich erreicht man das ehemalige Restaurant „Tannenhof“. Über den Wendehammer geht es in den Wald und dort nach rechts. Über Serpentinen folgt man dem Waldweg steil bergab. Dort, wo er mündet, wendet man sich nach links. Hier im Wolfsbachtal ist derzeit eine große Baustelle – die Kanalisation wird über ca. 2,7 km erneutet. Daher ist dieser Abschnitt im Augenblick bei Weitem nicht so idyllisch wie im Buch von 1962 beschrieben. Neben einer Brücke geht es links steil bergan. Neben einer Hauszufahrt hält man sich links und ignoriert wenig später einen Linksabzweig. Erst hinter einem roten Sperrpfosten, vor dem Forsthaus wendet man sich nach links und wandert kurze Zeit später geradeaus zum SGV-Platz. Fünf der sechs im Wanderbuch genannten Blutbuchen zeigen derzeit ihre prachtvollen roten Blätter. Weiter geht es geradeaus, bis man hinter dem Wildgehege halb rechts abbiegt. Im weiteren Verlauf überquert man den „Weg zur Platte“ und wandert auf einen Parkplatz. Dort zweigt, vor einer Karte, ein unscheinbarer Pfad nach rechts in den Wald. Diesem folgt man auch an der ersten Wegegabel nach rechts. Später ignoriert man auch einen weiteren Linksabzweig und folgt dem Rechtsbogen des Waldweges. Da man hier auf keinem der ausgeschilderten Wege unterwegs ist, gilt es immer wieder einmal umgestürzte Bäume zu umwandern oder zu überqueren. Dann biegt der herrlich verschlungene Waldweg nach links und bergab. Am T-Stück nach rechts wenden. Es geht nun an den Restaurants „Villa Vue“ und „Zum Purzel“ vorbei. Mittlerweile ist man wieder auf Asphalt unterwegs und es geht ein kurzes Stück bergab. Dann folgt man dem Schild „Fußweg“ nach links. Der Weg knickt nach rechts und dann wieder nach links. Vorher aber sollte man die grandiose Aussicht über „Werden“ und den „Baldeneysee“ genießen. Der Wanderweg jedoch führt nun am Hang eine ganze Weile geradeaus. Man passiert die Gedenktafel für „Anna Linder“ und kann sich gut vorstellen, welche Ausblicke es früher hier wohl gab. In einer scharfen Rechtskurve verlässt man den Weg nun linke Hand geradeaus. Es geht nun links bergan. Dann mündet der Weg schräg ein, man hält sich rechts und wählt auch kurz darauf den rechten, bergab führenden, Weg. An folgenden Schrägeinmündung links auf dem Hauptweg bleiben. Dann den Weg hinunter zum Parkplatz ignorieren und erst wenig später nach rechts wandern. Neben einem, scharf nach links aufwärts führenden, Weg, bleibt man der Laufrichtung treu. Schließlich erreicht man Wohnbebauung und die Straße „Weg zur Platte“. Hier wendet man sich nach links und ist wenig später am Ausgangspunkt dieser Wanderung zurück.

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