Der AhrSteig ist komplett

Mit der 5. Etappe ist die Lücke im AhrSteig geschlossen

Parkplatz 53505 Kreuzberg, Bahnhofstr. 5,
Typ Strecke
Länge 11,2km (Gesamtlänge ca. 17,2 km)
Schwierigkeit Schwer
Höhenmeter Gesamt 580 Meter
Literatur DuMont Wanderführer Ahrsteig
Auf Karte Ohne Angaben
Beschilderung ,rotes AhrSteiglogo auf weißem Grund
Wegbeschaffenheit Wald- und Wiesenwege, Schotter, sehr wenig Asphalt oder Straße
Bemerkenswertes  Teufelsloch, Burgruine Saffenburg, Krausbergturm, Aussichten, die Ahr und vieles mehr.
Links Befinden sich Ausnahmsweise im Text.
Bewertung

 ★★★★★ 

Details

AhrSteig Etappe 5

AhrSteig Etappe 5

Wer, wie, was?

Im Herbst 2012 wurde der AhrSteig eröffnet. Vier Jahre lang bestand er aus zwei großen Teilstücken mit Verbindungswegen. Im September 2016 gelang dann endlich der Lückenschluss. Und die neue Etappe 5 sorgte für den einen AhrSteig von der Quelle bis zur Mündung der Ahr. Im Januar 2017 wurde dann auch die letzte Hürde genommen. Der Ahrsteig wurde als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert. Und so ist es nun möglich von Blankenheim in Nordrhein-Westfalen über 100 Kilometer und sieben Etappe nach Sinzig in Rheinland-Pfalz auf dem Ahrsteig zu wandern. Nur noch eins erinnert an die ehemalige Zweiteilung – die Ausschilderung. Bis zur einschließlich vierten Etappe folgt man dem blauen AhrSteig-Logo, ab der Fünften dann dem roten. Blau steht für das Wasser der Ahr, Rot für den Wein, der entlang der Ahr angebaut wird. Um diesen Lückenschluss und einen Teil der fünften Etappe kennenzulernen, wurden wir zum Pressetag mit Wanderung eingeladen. Wir, das waren Jutta von icheinfachunterwegs.de, Simone vom OutZeit Blog, Hans-Joachim, der die Webseite anders-wandern.de betreibt und als Wanderbuchautor (DuMont Wanderführer Ahrsteig) diese Region aus der Westentasche kennt, sowie Wolfgang, Redakteur eines Pressebüro. Geführt und begleitet wurden wir von Ulla Dismon für die Mittelahr Touristik, sowie Carolin Gemein und Oliver Piel für den Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V..

Wir starten bei diesigem Wetter in Kreuzberg

Burg Kreutzberg am AhrSteig

Burg Kreuzberg

Nach dem Kennenlernen und der Proviantaufnahme am Bahnhof in Kreuzberg ging es auch schon los. Durch die diesige Luft des noch regnerischen Tages geht es vor der Burg Kreuzberg ein erstes Mal über die Ahr. Gleich darauf erhält man einen ersten Eindruck davon, warum der AhrSteig, Steig genannt wird. Es geht bergan. Steil bergan. Allerdings werden die Anstrengungen des Aufstiegs auch belohnt. In der Ferne sieht man zum ersten Mal das Teufelsloch und auch die Burg Are lässt sich dort erahnen. Der Weg ist abwechslungsreich, über Wiesen und durch die bewaldeten Höhen bieten sich immer wieder weite Ausblicke, die ein Pausieren lohnen. Auch das Profil des Weges lädt immer wieder ein den Blick schweifen, und den Körper zu Atem kommen zu lassen. Straßenschuhe haben hier nichts zu suchen. Knöchelschutz und Trittsicherheit sind unbedingt erforderlich, bei feuchter Witterung mehr den je. Weiter geht es auf und ab über naturbelassene Wege die sich entlang des Höhenrückens winden.

Das Teufelsloch fordert seinen Wandertribut

Das Teufelsloch am AhrSteig

Das Teufelsloch

Es folgt der Anstieg zum Teufelsloch. Über teils blanken, nassen Fels geht es hinauf. Und die Belohnung folgt auf dem Fuße. Der Blick über die Ahr und das Lanfigtal welches sie durchfließt ist gigantisch. Die Landschaft liegt, ähnlich einer Modeleisenbahn zu Füßen. Nach einer kleinen Rast und vielen Fotos geht es wieder hinunter zum Steig. Der Abstieg vom Teufelsloch gestaltet sich noch schwieriger als der Aufstieg. Wieder einmal macht der Steig seinen Namen Ehre. Erkennbar auch an den ernsthaften Sorgen um Mitwanderer Wolfgang. Dieser wollte am Fuße des Teufelslochaufstiegs warten und war nach unserem Abstieg nicht mehr auffindbar. Später und nach einigen Telefonaten gab es Entwarnung. Wolfgang ist wohlbehalten im Hotel angekommen. Das ist betonenswert, denn nicht jeder hatte so viel Glück. Die Gemse ist auf der Strecke geblieben! Nach dem Abstieg vom Teufelsloch ging es zum schwarzem Kreuz. Laut Tafel 1865 als Unglückskreuz errichtet, verrichtet es seinen Dienst zusammen mit dem am Wegesrand verteilten Waldgeistern bis heute zuverlässig. Die Gemse ist Juttas Wanderstab, und dieser geht ihr auf dem felsigen Abstieg unglücklich verloren. So unglücklich das er auch mit vereinten Kräften nicht sicher geborgen werden konnte. Aber besser die Gemse ist abgängig als das es Jutta erwischt.

Der AhrSteig ist ein Steig, ist ein Steig!

AhrSteig

AhrSteig

Wieder einmal zeigt sich das es sich wirklich um eine konditionell herausfordernde Wanderung handelt, die auch erfahrenen Wanderern volle Konzentration abverlangt. Schließlich gelangt unsere Gruppe heil und gesund an die Ahr im Langfigtal. Es folgt eine Ausnahme. Asphalt. Aber nur kurz. Durch den ersten Straßentunnel des preußischen Reichs kommen wir wieder an die Ahr. Vor Schienen steigen wir ein weiteres Mal steil bergan. Wir erhaschen einen Blick auf den Ahrtalradweg und gewinnen auf Serpentinen weiter an Höhe. Oben angekommen genießen wir eine Pause und wieder einen weiten Ausblick. Kleiner Tipp: Etwas nach rechts wandern und dort auf die Burg Are zu schauen. Nach dem nun wiesigen Weg, an dessen rechter Seite das Langfigtal liegt, geht es wieder in den Wald. Schmale Pfade, teils mit Seilsicherung führen auf die Saffenburg zu. Vom höchsten Punkt des Weges blickt man schön auf diese hochmittelalterliche Höhenburg hinunter. Durch den Forst, nun immer bergab, erreicht man die Weinberge. Der Anbau findet hier aufgrund der steilen Lage in der Einzelstockerziehung statt. Als dieses Wissen rund um den Weinbau, der Geschichte, der Landschaft, was wir wo und warum sehen, wo wir uns befinden und vieles mehr wird stets fachkundig und kurzweilig von Ulla Dismon vermittelt. Oliver Piel macht uns nach einer kurzen Pause auf der Saffenburg, abermals mit vielen Fotos und weiten Ausblicken, das nächste Ziel schmackhaft. Denn hier auf Saffenburg werden wir die fünfte Etappe des Ahrsteigs in Richtung Mayschoss verlassen. Der Ahrsteig führt auf dieser Etappe weiter am Krausbergturm bis nach Waldporzheim.

Von den Höhen unter die Erde. Kellereibesichtigung!

Kellereibesichtigung am AhrSteig

Kellereibesichtigung

Unser Weg führt uns hinunter nach Mayschoss zur ältesten Winzergenossenschaft in Deutschland. Seit 1868 existiert sie. Und was macht man bei einer Winzergenossenschaft? Genau! Eine Weinkellerführung. Hier treffen wir auch Wolfgang wieder und verabschieden uns nach der Kellereibesichtigung von Jutta, die am nächsten Tag ohne Gemse in die USA reist. Wir anderen kehren noch im Jägerstübchen ein. Bei Rotwein und leckerem Essen lernen wir noch den Wirt Karl-Peter Kempen kennen. Er legt uns, ebenso wie Ulla Dismon, dar, welche Anstrengungen heute unternommen werden, um den gesteigerten Qualitätsansprüchen zu entsprechen. Der AhrSteig ist ein wichtiger Baustein im Konzept des Qualitätstourismus, und ein ausgesprochen schöner. Abwechslungsreicher geht es wohl kaum. Entlang der Ahr, hoch über ihr auf dem Höhenrücken, Aussichtspunkte, Pausenplätze und immer wieder weite Ausblicke. Einkehrmöglichkeiten gibt es immer im Tal. Wer mag kann die Etappe auch teilen, und wie wir in Mayschoss absteigen. Ich komme auf jeden Fall wieder um diese Etappe bis zum Ende zu wandern und auch um die anderen Etappen unter die Wanderschuhe zu nehmen. Mit dabei wird dann auch das Stempelheft sein. Nach sieben Stempeln winkt eine, auch mir noch unbekannte, Überraschung.

Für mich ist hier nicht Schluss. Ich komme wieder.

Wer erst einmal Schnuppern kommen möchte, hat die Chance am Sonntag dem 16.07.2017. Dann gibt es entlang dieser fünften Etappe ein vielfältiges Programm mit Kinderrallye und lokalen Spezialitäten. Mit einer Stempelkarte kann man an der Verlosung von tollen Preisen teilnehmen.

Ausblick auf Burg Are am AhrSteig

Ausblick auf Burg Are

PS: Juttas Gemse ist wieder da! Mitarbeiter der Mittelahr Touristik haben nichts unversucht gelassen und ihn, gut gesichert, geborgen.

Gesamtstrecke: 11121 m
Maximale Höhe: 292 m
Minimale Höhe: 139 m
Total time: 07:31:17
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