Tour 373 – Von Rauris über den Bernkogel nach Embach

Auf die Paraglider hinabschauen

Parkplatz Österreich, 5661 Rauris, Sportstraße Ecke Voglmaierweg
Typ Strecke
Länge 21,7 km
Schwierigkeit Schwer, alpine Vorkenntnisse ratsam, Schwindelfreiheit ist Pflicht.
Höhenmeter ca. 1400m
Literatur Teile im Gasteinertal – Großarltal, Raurisertal, Nationalpark Hohe Tauern. 50 Touren (Rother Wanderführer).
Auf Karte Kompass Nr. 80: St. Johann/Salzburger Land, Großarltal – Kleinarltal, Hochkönig – Tennengebirge. Lexikon + Wander-, Rad- und Skitourenkarte.
Beschilderung Östereichische Wanderbeschilderung. Aufstieg 117 (110), Abstieg, 131,117,3,7
Wegbeschaffenheit Asphalt, Schotter, Wiesenpfad, Steig, naturbelassene Bergwege (teils Seilgesichert).
Bemerkenswertes Bernkogel, Hahnbalzköpfl,Rauchkögerl, Salzburger Almenweg
Links Rauris, Embach, Embacher Sporthotel, Karalm, Kögerlalm, Salzburger Almenweg
Bewertung

 ★★★★★ 

Details:

Gipfelkreuz auf dem Bernkogel

Gipfelkreuz auf dem Bernkogel

Auch unseren diesjährigen Urlaub verbrachten wir wieder in Embach. Nach den Wandernadeln der letzten Jahre brauchte es aber neue Herausforderungen und im Vorfeld habe ich entschieden nun den Bernkogel zu erklimmen. Er ist mit 2325 Metern für niederrheinische Verhältnisse unwesentlich kleiner als der Mount Everest. Die Tour sollte von Rauris auf den Gipfel führen. Falls dann noch Kraft bliebe, war geplant über den Salzburger Almenweg weiter über den Rauchkögerl nach Embach zurückzukehren. Als erste Hürde erwies sich der örtliche Personennahverkehr. Richtung Rauris existierte er nämlich nicht. Freund Michael aus Bremen erklärte sich daraufhin gerne bereit mich nach Rauris zu fahren. Und so startete ich am Morgen des 31. Juli vom Parkplatz in Rauris meine diesjährige Bergtour. Zuerst geht es auf der „Sportstraße“ (welch passende Bezeichnung) aufwärts in den kleinen Ort. Dann über die „Marktstraße“ nach rechts durch das Zentrum zur „Rainbergstraße“. Dieser folgt man nach links und erreicht den 13. Breitengrad unser Erde. Auf dieses bahnbrechende Ereignis weist ein recht unscheinbares Schild hin. Weiter geht es bis zur „Gaisbachstraße“. Nun rechts herum in Richtung BERGAUF. Zu Beginn noch auf Asphalt. Später dann – nach einem kleinen Parkplatz – auf Schotter. Der Weg führt am immer breiter werdenden Gaisbach entlang. Nach einer Weile geht es links über den Bach und in weiten Serpentinen weiter bergan. Ein Blick zurück offenbart das Rauris immer kleiner wird und ich viel schneller als alle Schilder behaupten, die Karalm erreiche. Allerdings pfeife ich jetzt schon aus dem letzten Loch. Der Almhund wird für die kurze Zeit der Pause ein guter Freund. Ein vorbeikommender Holländer für lange Zeit der letzte Mensch, den ich sehen werde. Nach der Pause steige ich weiter. Der Weg wird rauer. Schnell merke ich das die Auszeit an der Karalm zu kurz war. Ein weiterer Stopp wird eingelegt. Vorbei an weidenden Kühen geht es kurz darauf noch einmal in den Wald. Danach ist weit und breit erst mal kein Baum mehr zu sehen. Zum Glück ist es im Augenblick noch bedeckt und nicht zu heiß. Eine erste Leiter ermöglicht das weiterwandern. Auch häufen sich die Stellen an denen ein Fehltritt durchaus ernste Folgen nach sich ziehen kann. Schauen UND Wandern geht nicht mehr. Ein kleiner Einschnitt samt Bach muss durchschritten werden. Dann noch einige Meter aufwärts und ich befinde mich auf einem kleinen Plateau. Leider noch nicht auf dem Gipfel. Der thront noch weitere 300 Meter über mir. Also geht es, endlich mal wieder, eben weiter.  Schöne Blicke auf das Grubereck oder auch den Mitterkögerl tun sich auf. Das entspannte Wandern dauert nicht lange an und schließlich erreicht man über einen karstigen, wiesiegen und steilen Weg eine Hütte, die sich krampfhaft am Felsen festzuhalten scheint. Eine gute Gelegenheit noch einmal zu Ruhe zu kommen. Dann geht es am Felsen entlang mit einer Hand an der Seilsicherung auf die letzten Höhenmeter. Dummerweise gibt es aber nur wenig Strecke. Kurz – es ist sehr steil. Zwischenzeitlich haben mich auch noch andere Wanderer überholt, oder sind über andere Wege auch auf den Gipfel gekommen. Unten erkenne ich den Holländer von der Karalm. Er ist schon wieder auf dem Abstieg. Ich allerdings genieße den Ausblick auf die umgebende Landschaft. Unter mir fliegen Paraglider die am gegenüberliegenden Fulseck starten. Noch drei Tage und ich werde selber im Tandem dort starten. Von unten steigen Wolken auf. Es wird wärmer und es scheint als sollte bald die Sonne herauskommen. Ich mache mich, nach dem Eintrag ins Gipfelbuch, wieder auf den Weg hinunter. Das gestaltet sich tatsächlich schwieriger als der Aufstieg. Die Schritte müssen mit Bedacht gewählt werden sonst bin ich schneller unten als mir lieb ist. Auf dem Plateau zurück wende ich mich nach rechts. Mir geht es gut, also wird der Weg Richtung Rauchkögerl und Amoseralm eingeschlagen. Der nun folgende Weg ist zum großen Teil mit Seilen gesichert. Nicht zu Unrecht, wie ein Kreuz zum Gedenken an einen abgestürzten Arbeiter zeigt. Ich erreiche den Grat zwischen Rauriser- und Gasteinertal. Hier gibt es einen Warnhinweis. Alpine Erfahrung sollte man haben und schwindelfrei wäre auch gut. Toll – auf meiner Seite des Weges standen diese Hinweise nicht. Auf dem Salzburger Almenweg wandert man nun über den beiden Tälern. Die nächste Rast steht an. Am Hahnbalzköpfl. Einkehr ist nicht. Die mitgebrachte Wurst mit den trockenen Brötchen vom Frühstück sowie etwas Wasser müssen reichen. Dann geht es weiter über den Kamm. Tolle Aussichten zu beiden Seiten. Links der Anthaupten und vor mir immer im Visier der Rauchkögerl – mein nächstes Ziel. Es geht bergab, aber nur mit dem Weg. Meine Laune steigt stetig, die Sonne auch. Warm wird’s. An einem Bergsee mit Bank (Bernkogelblick) vorbei steigt dann auch der Weg wieder an. Der Rauchkögerl ist steil. Dies ist die dritte Seite, von der ich es probiere. Aber er ist und bleibt steil. Schließlich aber sitze ich unter dem Gipfelkreuz und kann unter mir in der Ferne mein Ziel sehen. Embach – mit meinem Hotel, meinem Zimmer, meiner Dusche, meinem Abendessen. Ich schweife ab. Auf geht’s. Hinunter zur Kögerlalm. Sagte ich bereits das der Rauchkögerl steil ist? Bergab ist er noch schlimmer. Immer wieder rutsche ich im Schuh nach vorne. Dann die Entscheidung. Kögerlalm über „Drei Waller“ oder nicht? Beides, so sagt das Schild, dauere 45 Minuten. OK. „Drei Waller“ hatte ich letztes Jahr schon. Also ohne. Der Weg führt mich weiter hinunter. War da nicht schon die Alm? Nein! Steil ist es hier. Sagte ich, glaube ich, schon. 45 Minuten können lang sein. Eine Toilette! Das wäre jetzt fein. Schließlich erreiche ich dann doch die Alm. Die Toilette ist besetzt. Dann eben das Radler vorher. Den Weg von der Alm nach Embach kenne ich mittlerweile auswendig. Was bei meinem Orientierungssinn bemerkenswert ist. Rechts von mir kann ich in das Tal der Salzach schauen. Langsam kommen bekannte Wegemarken auf der gegenüberliegenden Talseite in den Blick. Ein kühlender Bach motiviert zusätzlich.  Ich erkenne „Urbar“. Ab hier bin ich wieder auf Asphalt und in der brütenden Sonne ohne jeden Baum unterwegs. Gerade war ich wieder trocken – schon schwitze ich das T-Shirt wieder voll. Es geht an zwei Bauerngolfstationen – Attraktionen hier in Embach – vorbei zum Pilzegg. Dies ist eine Jausenstation. Ich bestelle also 0,5l Jause. Hopfenkaltschale halt. Über die Dorfstraße erreiche ich das Zentrum von Embach und wenige Meter später erreiche ich nach ca. 22 Kilometern das Hotel.


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